An(ge)dacht

Licht und Schatten

Gott kennt die dunklen Seiten des Lebens. Als Wanderprediger hat Jesus viele Menschen getroffen, den Armen geholfen und den Ausgestoßenen von Gottes Liebe erzählt. Er hat den Menschen gezeigt, wie gutes Leben sein soll. Und er hat ihnen gezeigt, wo in ihrem
Leben auch dunkle Flecken sind. Das ist unbequem

Jetzt in der Passionszeit gehen wir ein Stück des Weges mit und bereiten uns auf die Karwoche und das Osterfest vor. Schatten und Licht liegen nah beieinander. Was steht im Weg zwischen dem Licht Gottes und uns? Wo sind die Schatten meines Lebens, die ich nicht gerne anschaue, weil es unbequem ist?

Jesus wird am Karfreitag verraten, gefangengenommen, gefoltert, gequält, gekreuzigt. Gott selbst überwindet alles, was uns von ihm trennt. Es ist für den Verstand zu groß zu
erfassen, was es wirklich bedeutet, dass Gott das Kreuz auf sich nimmt. Wo alles verloren ist und nur noch Gottesferne übrigbleibt, hat nicht der Tod das letzte Wort sondern das Leben. Gott ist nah!

„Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge
mich decken und Nacht statt Licht um mich sein, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag.“ Psalm 139, 9-12

Angst und Verzweiflung verlieren ihren Schrecken im Licht, das am Ostermorgen in unsere Herzen scheint. Gott macht es hell, da wo unserer Leben mit Schatten bedeckt ist. Angst und Tod haben nicht das letzte Wort. Finsternis ist nicht finster bei Gott, denn Gott kommt in unsere Dunkelheit hinein und die Nacht leuchtet wie der Tag. An Ostern findet
die Erleichterung ihren Höhepunkt im Lob Gottes: Halleluja, der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.

Ihr Pastor Benjamin Thom