Blick in Vergangenheit – Gegenwart und Zukunft

Geschichtsträchtiger Gottesdienst zum Reformationsjubiläum
Von Hans-Jürgen von Hemm

Die Kirchengemeinde Weddingstedt feierte in einer gut besuchten St. Andreas-Kirche das 500. Reformationsjubiläum. Der Gottesdienst wurde von Pastor Benjamin Thom und Pastorin Annegret Thom gemeinsam mit Jugendlichen gestaltet. Harald Gerecke begleitete den Festgottesdienst an der Orgel.
500 Jahre Reformation hat die Gesellschaft in Deutschland, Europa und die Welt verändert. Ein rund sechzigminütiger Blick in die Vergangenheit und Zukunft Dithmarschens wurde gewagt und das Leben in der Gegenwart wurde beleuchtet.
An diesem besonderen Reformationstag jährte sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug.

In einem spannenden Live-Hörspiel zur Fotostory der Jugendabendgruppe, das von Carolin Köhn komplett alleine geschrieben, verfasst und auch selbstständig mit den Jugendlichen erprobt wurde, ging es um die Reformation in Dithmarschen, um Heinrich von Zütphen, der 1520 in Wittenberg war und 1524 nach Dithmarschen kam, und um Wibe Junge, die versuchte, Heinrich von Zütphen vor dem Tod zu retten.

Die Gottesdienstbesucher erlebten durch die einfühlsamen und wortgewandten Erzähler und auf eine Leinwand projizierte Szenen einen eindrucksvollen Einblick in das hiesige Geschehen.

Im 16. Jahrhundert galt das Prinzip der Sippe und die Regentschaft der 48er in Dithmarschen. Dithmarschen gilt als unabhängig und selbstbestimmt. Die Regenten orientieren sich an der katholischen Kirche. Doch einigen ist diese Vetternwirtschaft ein Dorn im Auge und sie versuchen den Dithmarschern ein neues Denken nahezubringen: Die Protestanten, zu denen auch Wibe Junge, Heinrich Zütphen und Nicolaus Boie gehören, wurden zu einer Bedrohung ihrer Macht.

Die Reformation steht für umgestalten, umändern, verbessern und verwandeln. Martin Luther wollte auf Missstände aufmerksam machen – er wandte sich gegen Machtmissbrauch.

Auch heute, 500 Jahre nach dem Einläuten der Reformation, stehen wir alle vor Herausforderungen, vor denen wir Menschen entweder wegschauen oder uns ihnen entgegenstellen und uns einsetzen für das Gute, das Notwendige und das Leben, so wie wir glauben, dass Gott es sich für uns wünscht, leitete Pastor Benjamin Thom zum Nachvollzug der Thesenanbringung ein. Die Gottesdienstbesucher konnten nun aktiv mitmachen, zum Hammer und Nagel greifen, und die auf ein Blatt Papier geschriebenen Wünsche und Vorstellungen zu Änderungen und eigenen Aktivitäten auf eine symbolische Holztür nageln.

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