Pastorin Annegret Thom
Seit Februar ist Pastorin Annegret Thom in Weddingstedt. Für sie ist es die erste Stelle seit ihrer Ausbildung.
Unsere Kirche hatte die Gelegenheit, Pastorin Thom ein paar Fragen zu stellen.
Annegret Thom: Ich bin aufgewachsen in Hamburg-Neuenfelde im schönen Alten Land. Dort habe ich die meiste Zeit meines Lebens gelebt, in der Kirchengemeinde bin ich groß geworden. Studiert habe ich in Hamburg, ein Semester lang in Marburg. In den letzten zweieinhalb Jahren habe ich mit meiner Familie in Glückstadt gewohnt und gearbeitet. In dieser Zeit habe ich viele Wochen im Predigerseminar in Ratzeburg verbracht. Mit diesen Orten verbinde ich viele Erinnerungen und Erfahrungen.
Unsere Kirche: Was hat dich geprägt in deiner Ausbildung zur Pastorin? Was ist dir wichtig? Woran hängt dein Herz?
Annegret Thom: Geprägt haben mich vor allem die letzten Jahre im Vikariat. Vieles, was ich im Studium durchdacht hatte, ist konkret geworden in der Arbeit mit den Menschen in der Gemeinde. Mir macht es Freude, Menschen aller Alterstufen in ihrem Leben zu begleiten – das ist etwas, was ich als besonders schön an meinem Beruf empfinde. Am Herzen liegen mir die Gottesdienste, die fröhlichen und feierlichen und die nachdenklichen und traurigen. Ich glaube, alles, was unser Leben ausmacht, können wir zu Gott bringen.
Unsere Kirche: Wie habt Ihr als Familie den Beginn in Weddingstedt erlebt? Was braucht Ihr von uns als Kirchengemeinde, damit Ihr Euch wohl fühlt und Heimat findet?
Annegret Thom: Wir sind fröhlichen Herzens gekommen und von der Gemeinde herzlich begrüßt und aufgenommen worden. Wir brauchen als Familie vor allem unser Zuhause, unser Nest. Wir fühlen uns wohl in unserem Übergangs-Zuhause in Stelle und warten gespannt auf das Pastorat in Weddingstedt. Vieles ist neu für mich als Pastorin, aber auch für uns als Familie. Wir wünschen uns einen offenen Umgang miteinander und Hilfe beim Einleben. Manches hier in Weddingstedt, in Dithmarschen kennen wir noch nicht und freuen uns über Erklärungen. Genauso wünsche ich mir Offenheit von Seiten der Gemeinde für meine Ideen und für meine vielleicht manchmal anders als gewohnte Art.
Unsere Kirche: Was möchtest du den evangelischen Gemeindegliedern in Weddingstedt „mitgeben“?
Annegret Thom: Ich glaube, dass Gott uns Menschen liebt und trägt in Freud und Leid. Auf Gottes Liebe zu vertrauen, dazu möchte ich einladen, das sehe ich als meine Aufgabe als Pastorin an.
Dietrich Bonhoeffer dichtete: „Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jeden neuem Tag.“
Pastor Jörg Denke
Seit dem 1.Oktober ist Pastor Jörg Denke offiziell Pastor in Pahlen. Am 7.November ist er feierlich in Weddingstedt verabschiedet worden – seine Einführung in der Pahlener Dankeskirche wird sein am 12.Dezember um 15 Uhr.
Unsere Kirche hatte die Gelegenheit, Jörg Denke abschließend ein paar Fragen zu stellen.
Vier Fragen an Pastor Jörg Denke
Unsere Kirche: Lieber Jörg, über 23 Jahre warst du Pastor in der Kirchenchengemeinde Weddingstedt, hast viele Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen begleitet. Was hast du hier besonders gern getan? Was lag dir am Herzen?
Jörg Denke: Spontan geantwortet: Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten. Sowohl als Seelsorger, wie auch bei Amtshandlungen. Es gibt Familien in Weddingstedt, da war ich als Pastor überall dabei: bei der Goldenen Hochzeit der Großeltern über die Hochzeit der Eltern bis zur Konfirmation der Enkelkinder. Das schafft Vertrauen und Vertrautheit – auch gegenseitig. Und es ist schon ein schönes Gefühl, zu hören: Du hast mich doch getauft und konfirmiert. Dann musst du auch unser Traupastor sein.
Außerdem: Ich predige leidenschaftlich gerne. Am liebsten von einem Symbol herkommend oder mit einem Gegenstand in der Hand. Un giern ok maal op Platt.
Unsere Kirche: Was fiel dir schwer in den Jahren – was hast du als mühsam und möglicherweise belastend erlebt?
Jörg Denke: Wieder spontan geantwortet: der rapide Verfall von Werten und Wissen um christliche Inhalte. Vor 20 Jahren etwa konnte ich im Konfirmandenunterricht biblisches und allgemeines Grundwissen einfach voraussetzen und mindestens die Hälfte konnte schon das „Vater Unser“. Heute fragen Konfirmanden, wann wir denn das „Zuckerfest“ feiern. Oder ihnen fällt zum Stichwort „Heilig Abend“ nur der Weihnachtsmann ein. Und auch das Einhalten von Grund- und Benimmregeln („Ich komme pünktlich“ – „Ich entschuldige mich bei Fehlen“ – „Ich bin vorbereitet“) ist ein allgemeines – und nicht nur konfirmandentypisches – Problem.
Dazu kommt, dass Verhaltensauffälligkeiten zunehmen: Vor 20 Jahren hatte ich 25 Konfirmanden in einer Gruppe. Heute sind Gruppen über 15 kaum möglich. Auch einen Text reihum zu lesen, scheitert vielfach an der Lese-Fähigkeit. Von der Fähigkeit, etwas auswendig zu lernen oder eine halbe Stunde konzentriert zu arbeiten einmal ganz zu schweigen. Bei sechs Gruppen in der Woche war/ist das schon sehr belastend.
Unsere Kirche: Pahlen ist ja nur einen Katzensprung weit von Weddingstedt entfernt – wirst du Verbindung halten zu deiner „alten Heimat“?
Jörg Denke: Ja und nein. Im Laufe von 23 Jahren ist Weddingstedt mir und uns als Familie Heimat gewesen. Wir waren gerne hier. Und viele Kontakte und Freundschaften sind entstanden, die wir auf diesem „Katzensprung“ mitnehmen werden. Auf der anderen Seite bin ich nun nicht mehr der Weddingstedter, sondern der „Pahlener Pastor“. Und meine Gemeinde sind eben die Menschen in Pahlen, Dörpling, Wallen und Tielenhemme. Diese Balance zwischen alter Heimat und Verbundenheit und neuer Heimat und Neuanfang heißt es jetzt zu finden und auszuhalten. Und das wird dann eben auch manches „Nicht mehr“ heißen.
Unsere Kirche: Was wünscht du der Gemeinde Weddingstedt und den Menschen, die hier leben? Was wünscht du besonders auch der Kirchengemeinde St.Andreas?
Jörg Denke: Mein Ausbilder im Predigerseminar in Breklum, Hajo Häger, hat mir bei meiner Ordination ein Bibelwort mitgegeben, das mich als „mein“ Wort durch diese 23 Jahre begleitet hat. „So schall man uns ansehn as Christus sien Deeners un as Verwalters över Gott sien Geheimnisse“ (1. Korinther 4, 1). Dass die Kirchengemeinde das auch weiterhin sein kann – Verkündigerin der Frohen Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus und Seelsorgerin an allen, die an Gottes Wort glauben – und dass sie einen neuen Pastor/Pastorin findet, der/die das auch sein kann und will, das wäre mein Wunsch. In diesem Sinne: Bleibt Gott behütet und Gott befohlen!
Unsere Kirche: Wir wünschen dir und deiner Familie Gottes Schutz und Segen in der neuen Gemeinde!
Propst des Kirchenkreises Dithmarschen:
Dr.Andreas Crystall
Seit dem 1.Juni hat der Kirchenkreis Dithmarschen einen neuen Propst. Dr.Andreas Crystall ist am 20.Juni in der Heider St.Jürgen-Kirche feierlich in sein Amt eingeführt worden.
Dr.Crystall wird mit seiner Familie in Meldorf leben und im Alten Pastorat in Heide seinen Dienstsitz haben.
Unsere Kirche hatte die Gelegenheit, Dr.Crystall ein paar Fragen zu stellen.
Fünf Fragen an den neuen Propst Dr. Andreas Crystall
Unsere Kirche: Lieber Propst Crystall, Sie sind am 1.Juni mit Ihrer Tätigkeit als neuer Propst von Dithmarschen angefangen. Wie haben Sie den Empfang hier erlebt?
Propst Crystall: Herzlich und turbulent! „Tag 1“ begann mit einer Andacht früh morgens im Meldorfer Dom im Kreis der Mitarbeitenden von Rentamt und Diakonie, das war für mich persönlich sehr schön. „Tag 2“ begann mit einem Abendmahlsgottesdienst des gesamten Pastorenkonventes in der schönen alten Büsumer Kirche, und dort hat Paul Nancekievill (Kantor aus Meldorf) uns ganz wunderbar in „Wellen“ zum Singen gebracht. Vergnüglich und fröhlich und kreativ war dieser Start. Und dann waren natürlich gleich 1000 andere Dinge wichtig und nötig, es ging um KiTa-Zuschüsse, Bürgermeister-Besuche, eine Begegnung mit den jungen PastorInnen zur Anstellung, Termine und Planungen und so weiter, und das war und blieb turbulent.
Unsere Kirche: Welche Aufgaben sehen Sie in Ihrem Amt als vorrangig? Was liegt Ihnen am Herzen?
Propst Crystall: Ich glaube, dass nach der äußeren Fusion der beiden ehemaligen Kirchenkreise die innere Fusion noch viel Zeit und viel gegenseitiges Verstehen und viele Begegnungen braucht. Und die größte Herausforderung besteht darin, durch die zeitgleich entstandene Finanzkrise eine Doppelaufgabe zu bewältigen, nämlich zusammen zu wachsen und sich durch die knappen Mittel nicht gleich wieder auseinander zu bringen. Ich würde mich freuen, wenn die Arbeit in den Diensten und Werken von so einer Grundstimmung getragen wäre: „Es sind schwierige Zeiten, aber wir werden sie gemeinschaftlich meistern.“ Krisen sind immer Chancen. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass das gelingt.“
Unsere Kirche: Sie sind nicht allein gekommen, sondern bringen Ihre Familie mit. Wie geht es Ihrer Frau und den drei Kindern mit dem Umzug nach Dithmarschen?
Propst Crystall: Ehrlich gesagt, der Umzug von Sterup nach Dithmarschen fällt uns sehr schwer, weil wir so gern in Angeln gelebt haben und so viele Freunde zurücklassen und eine ganz wunderbare Gemeinde – und einen großen Landgarten und Hühner und Küken und Hahn. Und der ist einfach zu laut für die Kampstraße! Aber die Kinder freuen sich auch auf den neuen Ort mit neuen Möglichkeiten, die Zimmer sind ausgesucht, und wir pfropfen schon Apfelbaumschösslinge im neuen Garten ein.
Unsere Kirche: Als Propst in einem noch jungen fusionierten Kirchenkreis wird es an Aufgaben und Herausforderungen für Sie nicht mangeln. Was gibt Ihnen Kraft für die vielfältigen Aufgaben? Wo können Sie entspannen und auftanken?
Propst Crystall: Kraft bekomme ich durch die vielen Begegnungen vor Ort, denn da lerne ich ja die Menschen kennen, für die die viele Arbeit nötig und sinnvoll ist. Außerdem habe ich ein ganz schlichtes und naives Gottvertrauen, dass mir geschenkt wird, was ich brauche. Entspannen und auftanken werde ich können, sobald Werkstatt und Schmiede und Gartenmöbel im neuen Haus einen Platz gefunden haben, und sobald wir als Familie gut in Dithmarschen gelandet sind.
Unsere Kirche: Was möchten Sie den Gemeinden in Dithmarschen mit auf den Weg geben?
Propst Crystall: Die Zuversicht des 31. Psalms: Gott, du stellst meine Füße auf weiten Raum. Es wäre ein Segen, wenn diese Verheißung gemeinschaftlich verstanden und gelebt wird. Weiter Raum: Das sind viele Möglichkeiten, kreative und mutige Wege, das ist treue Begleitung und Nähe zu den Weggefährten. Voranschreitendes Gottvertrauen, das wäre mein Wunsch für die Gemeinden. Und übrigens auch für mich selbst.
Unsere Kirche: Herzlichen Dank für das Gespräch.